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Allgemeine Informationen zu unseren Spitzbergenreisen


Die Inselgruppe Svalbard mit ihren ca. 61.000 km² liegt zwischen 74° - 81° Nord und 10° - 35° Ost. Die größten Inseln sind Spitsbergen, Nordaustlandet, Barentsøya, Edgeøya und Prins Karls Forland. Die Inselgruppe wird auf der Grundlage des Spitzbergenvertrages von Norwegen aus verwaltet. Es gibt mehrere kleinere Orte auf Spitzbergen und der größte Ort ist die norwegische "Hauptstadt" Longyearbyen mit etwa 2000 Einwohnern. In Ny-Ålesund, einem internationalen Forschungszentrum, gibt es ca. 50-100 Bewohner (je nach Jahreszeit). Barentsburg ist der Hauptsitz der russischen Bergbauaktivitäten und hat ca. 500 Einwohner. Zwischen den einzelnen Siedlungen gibt es keine Straßenverbindungen.

Nachdem der Polarforscher Willem Barentsz Spitzbergen im Jahre 1596 entdeckte, wurde hier von vielen Nationen Walfang betrieben. Während der Wintermonate lebten russische und norwegische Jäger und Trapper im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert auf Spitzbergen. Im Jahre 1906 errichtete der Amerikaner John M. Longyear das erste Bergwerk und war Namensgeber für den Ort Longyearbyen. 1916 übernahm dann die Store Norske Spitsbergen den Grubenbetrieb in Longyearbyen. Fast 40 Länder signierten 1920 den Spitzbergenvertrag und Norwegen erhielt 1925 die Souveränität. 2002 wurde eine erweiterte kommunale Selbstverwaltung für Longyearbyen nach einem eigenen, an die örtlichen Gegebenheiten angepassten Modell, eingeführt. Die Verantwortung für kommunale Dienste und Verwaltungsaufgaben wurde damit vom Staat auf die gewählte Lokalverwaltung übertragen. Die kleine, farbenfrohe Gemeinde Longyearbyen hat sich von einer typischen Grubengesellschaft zu einem Ort mit vielfältiger Wirtschaft und einer Reihe an Kultur-, Aktivitäts- und Dienstleistungsangeboten entwickelt.

Longyearbyen hat eine junge Bevölkerung, heute gibt es Kindergärten und eine Schule mit allen Stufen bis hin zum Gymnasium. Außerdem können Fächer wie arktische Biologie, Geologie, Geophysik und Technologie am "Universitätszentrum auf Spitzbergen studiert werden. Hüttentouren und Aktivitäten im Freien sind bei den Einheimischen beliebt. Da es keine Wege zwischen den Siedlungen Spitzbergens gibt, werden oft Motorschlitten und Boote als Fortbewegungsmittel benutzt. Forschung und Tourismus ziehen Menschen aus vielen Ländern an und unter der örtlichen Bevölkerung in Longyearbyen sind etwa 40 Nationalitäten vertreten. Die Dauer von Polarnacht und Mitternachtssonne variiert abhängig vom Breitengrad, und in Longyearbyen scheint die Mitternachtssonne vom 19.April bis 22.August. Im Zeitraum vom 28. Oktober bis 14. Februar steigt die Sonne in Longyearbyen nicht über den Horizont und die Polarnacht, dauert vom 14. November bis 29. Januar.

Frühling und Sommer
Im Gleichklang mit der Rückkehr des Lichts wachsen die Aktivitäten - März bis Mai sind spannende Monate, die Tage werden immer länger und ab Ende April scheint die Mitternachtssonne, während die Landschaft noch ins Winterkleid gehüllt ist. Die Zugvögel kehren zurück und die Felswände und Klippen füllen sich mit geschäftigem Leben, während Robben die Sonnenstrahlen auf dem Meereis genießen. Der Arktissommer ist kurz und hektisch. Trotz des permanenten Tageslichtes hat man den Eindruck, dass die Tage nicht lang genug sind, um alles mitzubekommen.

Herbst und Winter
Die Landschaft legt das Herbstkleid an und orange Farbtöne füllen die Täler während der Boden langsam wieder gefriert. Die Temperaturen sinken auf um 0° Celsius. Die Tage werden kürzer, und an einem schönen Morgen erwacht man, und Neuschnee hat die Bergspitzen überzuckert. Eine Wanderung in dieser Jahreszeit vermittelt bleibende Eindrücke. Der gefrorene Boden ist leicht zu begehen, die Luft ist kristallklar und die orangerote Abendsonne beschließt einen schönen Herbsttag in der Hocharktis. Ende Oktober wirft die Sonne ihre letzten Strahlen des Jahres auf die Landschaft, für mehr als zwei Monate ist es nun den ganzen Tag dunkle Nacht. An Wintertagen mit gutem Wetter, Vollmond, Sternenhimmel und tanzendem Nordlicht kann man aber trotzdem das wunderbare Licht erleben, das die Polarnacht so einzigartig macht. Im Februar, dem vielleicht schönsten Monat des Jahres weicht die Nacht und es wird von Tag zu Tag länger hell.

Wetter
Trotz der nördlichen Lage hat die Inselgruppe ein relativ mildes Klima, verglichen mit anderen Regionen auf gleicher Breite. In Longyearbyen variiert die Durchschnittstemperatur zwischen -14°C im Winter und +6°C im Sommer. Im Winter sind längere Perioden mit Temperaturen zwischen -20 bis -30 Grad nicht ungewöhnlich. Im Sommer kann es häufig Nebelperioden geben. Der Jahresniederschlag auf Spitzbergen beträgt meist nur 200-300 mm. Das Wetter in Spitzbergen kann sehr schnell umschlagen und sich örtlich stark unterscheiden.

Landschaft
Ca. 60 % der Fläche Svalbards werden von einer Vielzahl kleiner und großer Gletscher eingenommen. Nur 6 - 7 % des Areals sind vegetationsbedeckt. Die fruchtbarsten Gebiete finden sich in den inneren Fjordbereichen Spitzbergens. In Spitzbergen herrscht Dauerfrost, so daß nur die Oberfläche des Bodens im Sommer auftaut. Die Pflanzenwelt wird von einer kurzen Wachstumsperiode, mit wenig Niederschlägen und nährstoffarmen Boden geprägt. Trotzdem findet sich eine Vielzahl arktischer Pflanzen in Spitzbergen, allein um Longyearbyen sind über 100 Arten registriert. Insgesamt findet man auf Svalbard ca. 170 Pflanzenarten. Die Pflanzenwelt ist äußerst empfindlich, wenn die Vegetationsdecke beschädigt wird, kann das bleibende Spuren verursachen. Deshalb steht die gesamte Vegetation unter Naturschutz.

Tierwelt Spitzbergens
Die Barentssee bildet die Nahrungsgrundlage der meisten Tierarten Spitzbergens. Hier finden sich die größten Vogelfelsen des Nordatlantiks mit vielen Millionen Paaren der häufigsten Brutvogelarten - Lummen, Dreizehenmöwen und Eissturmvogel. In den großen Tälern finden sich große Bestände von Gänsen und Watvögeln und Eiderenten brüten auf der gesamten Inselgruppe. Die meisten Vögel Spitzbergens sind Zug- oder Streifvögel, die entlang der norwegischen Küste oder auf dem Kontinent überwintern. Das Spitzbergen Schneehuhn ist die einzige Vogelart, die nicht im Winter von der Inselgruppe wegzieht. Das Spitzbergen Rentier und der Polarfuchs sind die einzigen Landsäugetiere die auf Spitzbergen heimisch sind. Um Spitzbergen herum gibt es Ringelrobben, Bartrobben, Seehunde, Walrosse sowie vereinzelt auch Wale. Der Eisbär befindet sich meist auf den östlichen Inseln des Archipels, aber einzelne Tiere können überall in Spitzbergen angetroffen werden. Sie bekommen ihre Jungen in Schneehöhlen an Land und die Jungen bleiben mit der Mutter zusammen, bis sie etwa 2 Jahre alt sind. Es ist verboten, Tiere zu stören, zu fangen oder zu töten. Alle Vögel sind in der Brutsaison geschützt, Eier und Nistplätze sind ebenfalls geschützt.